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Fahrschulen - ohne sie geht es nicht

fahrschule

In der Fahrschule erwerben die Fahrschüler die theoretischen und praktischen Kenntnisse zum Erwerb eines Führerscheins der Klassen A, B, C, D, T und L mit ihren Unterklassen, die Ausbildung schließt gewöhnlich mit dem Erwerb des angestrebten Führerscheins nach einer amtlichen Prüfung ab. Die mehr als 17.000 Fahrschulen in Deutschland werden überwiegend privat geführt. Die Fahrlehrer der Fahrschulen müssen eine Ausbildung nach dem Fahrlehrergesetz (FahrlG) absolviert haben, Inhaber der Fahrschüler bedürfen einer Genehmigung nach dem entsprechenden Gesetz. In der Bundeswehr gibt es eigene Fahrschulen für Dienstführerscheine.

Dauer des Kurses und Kosten einer Fahrschule

Das Absolvieren der Fahrschule vor der Führerscheinprüfung ist in Deutschland und den meisten Ländern der Welt Pflicht, auch die Mindestdauer der Ausbildung ist vorgeschrieben (Fahrschüler-Ausbildungsordnung § 5). Die theoretische Ausbildung muss mindestens 14 Doppelstunden, die praktische mindestens 12 Fahreinheiten á 45 Minuten umfassen. Diese teilen sich in fünf Einheiten Stadtverkehr/Landstraße bei Tag, vier Einheiten Autobahn und drei Einheiten Fahrt in der Dunkelheit. Theorie und Praxis können parallel absolviert werden, der Fahrlehrer entscheidet individuell bei jedem Fahrschüler, ob vor allem die praktischen Fahrstunden ausreichen. Die Kosten betragen für den gesamten Pkw-Führerschein in der Regel zwischen 1.200 bis 1.500 Euro, es gibt keine Gebührenordnung. Fahrschulen sind frei in ihrer Preisgestaltung, zudem ist vorab schwer absehbar, wie viele Fahrstunden ein Fahrschüler bis zur Prüfungszulassung benötigt. Eine Reihe von Zusatzkosten ist mit einzukalkulieren, Fahrschüler müssen vor Beginn der Fahrschule einen Sehtest durchführen lassen, einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren und bei körperlichen/geistigen Einschränkungen ein Attest und gegebenenfalls eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) durchlaufen. Für die Führerscheinprüfung werden Prüfungsgebühren erhoben.

Die Vorabkosten bei Fahrschulen bewegen sich im sehr niedrigen zweistelligen Eurobereich, die Fahrschule selbst kann eine Grundgebühr bei der Anmeldung zwischen rund 50 bis 350 Euro verlangen, Kosten für Lehrmaterial zwischen 30 bis 80 Euro, für Theorie- und Praxisstunden zwischen 25 bis 50 Euro und für Prüfungen von durchschnittlich 120 Euro. Die amtlichen Prüfer von TÜV oder DEKRA erheben ebenfalls Gebühren (um 110 Euro für Theorie und Praxis zusammen). Bei nicht bestandenen Prüfungen werden die Kosten im Wiederholungsfall nochmals erhoben. Diese Beispiele sind grob geschätzt, eine genauere Eingrenzung macht allein deshalb wenig Sinn, weil kein Fahrschüler de facto die Zahl seiner Fahrstunden vorher kennen kann. Es gibt aber viele Fälle, in denen die Mindestzahl genügt. Vor allzu preiswerten Angeboten ("Führerschein garantiert unter 1.000 Euro") warnen Verbände, dahinter stehen vielfach mangelhafte Ausbildungen, was zum Einkassieren des Führerscheins durch die Behörde führen kann.

Fahrerlaubnisprüfung

Die Regelungen zur theoretischen und praktischen Prüfung sind in der Fahrerlaubnisverordnung festgelegt, der Fahrprüfer ist ein amtlich bestellter Sachverständiger, der mit einem Fahrlehrer gemeinsam die Prüfung abnimmt. Den Führerschein händigt anschließend die Fahrerlaubnisbehörde aus. Die Prüfer kommen vom TÜV (alte Bundesländer) und der DEKRA (neue Bundesländer), in Berlin kann der Fahrerlaubnisbewerber zwischen DEKRA und TÜV wählen. Alljährlich absolvieren rund 1,6 Millionen Deutsche die Fahrerlaubnisprüfung, die Durchfallquote beim ersten Versuch liegt bei rund 27 Prozent und unterscheidet sich wenig zwischen Theorie und Praxis. Jugendliche können den Führerschein ab 17 Jahren in einer Fahrschule erwerben und ein Jahr lang begleitet fahren.