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Napoleon Bonaparte

Napoléon Bonaparte wurde am 15. August 1769 auf Korsika geboren. Während der französischen Revolution zeigte sich sein militärisches Talent. Er wurde nach den Feldzügen gegen Ägypten und Italien zur neuen Hoffnung der französischen Politik. Im Jahr 1799 gelang ihm durch einen Staatsstreich die Machtübernahme, zunächst als 1. Konsul. Am 2. Dezember 1804 krönte Napoléon sich selbst in Paris in Anwesenheit des Papstes zum ersten Kaiser der Franzosen. Im Jahr 1805 folgte im Mailänder Dom die Krönung zum König von Italien. Die erhoffte Stabilisierung der Politik in Europa blieb nach der Krönung jedoch aus. Statt dessen verbündete sich der russische Zar Alexander I. mit Großbritannien und verfolgte das Ziel, Frankreichs Macht zu dezimieren. Diesem Bündnis schlossen sich später auch Schweden, Österreich und Neapel an.

Preußen verhielt sich neutral, während die Länder Bayern, Württemberg und Baden sich eindeutig an die Seite des französischen Kaisers stellten. Gemäß seiner Taktik, feindliche Verbündete voneinander zu separieren, begann Napoléon mit seinem Feldzug gegen Österreich. Dieser Schlag kam für die Gegner völlig unerwartet und endete am 13. November 1805 mit der gewaltfreien Einnahme Wiens.

Schwäche vortäuschend gelang Napoléon dann mit der Schlacht von Austerlitz am 2. Dezember 1805 der Sieg gegen Österreich. Seine Flotte wurde zwar in der Schlacht von Trafalgar vernichtend geschlagen, aber auf dem Festland war der Erfolg eindeutig. Die Habsburger verloren Tirol und Vorarlberg und ihre italienischen Enklaven.

Nach einem Geheimbündnis zwischen Preußen und Russland schlug Napoléon den Preußen vernichtend im Oktober 1806. Nach dem Friedensvertrag von Tilsit im Juli 1807 zwischen Frankreich, Preußen und Russland wurden die Gebiete neu verteilt. Nachdem sich Russland nicht mehr an die vereinbarten Regelungen halten wollte, begann Napoléon im Jahr 1812 einen Feldzug gegen Russland. Zwar gelang ihm unter großen Verlusten zunächst die Besetzung Moskaus, aber seine Armee wurde in der Schlacht an der Beresina endgültig besiegt.

Dies war dann auch der Anfang vom Ende seiner Herrschaft in Europa. Mit der Völkerschlacht von Leipzig im Jahr 1813 war das Schicksal Napoléons eigentlich klar. Im April 1814 dankte Napoléon ab und ging ins Exil auf die Insel Elba. Bereits im März 1815 kehrte er jedoch nach Frankreich zurück. König Ludwig der XVIII. war geflohen und Napoléon rüstete einmal mehr zum Krieg.

Diese erneute Herrschaft dauerte nur 100 Tage. Im Juni 1815 wurde die französische Armee in der Schlacht von Waterloo vernichtend geschlagen. Napoléon wurde auf die Insel St. Helena verbannt, wo er am 5. Mai 1821 vermutlich an Magenkrebs verstarb.

Schlacht bei Waterloo

Die berühmte Schlacht bei Waterloo, die auch als Schlacht bei Belle-Alliance bezeichnet wird, fand am 18. Juni 1815 statt. Schauplatz dieser entscheidenden Schlacht, die das Schicksal Kaiser Napoleons I. besiegelte, war das kleine Dorf Waterloo in Wallonisch-Brabant, nur 15 Kilometer von der belgischen Hauptstadt Brüssel entfernt.

Auslöser der Schlacht bei Waterloo war Napoleon Bonapartes Rückkehr von seinem Exil auf der Insel Elba nach Frankreich, wo er erneut die Regentschaft, die auch als Herrschaft der hundert Tage in die Geschichte einging, übernahm. Obwohl Napoleon seinen Friedenswillen bekundete, weigerten die Alliierten sich, seine erneute Regentschaft anzuerkennen. Daher verbündeten sich Großbritannien, Preußen, Österreich und Russland gegen Frankreich und zogen in Belgien unter dem Kommando des Herzogs von Wellington eine 95.000 Mann starke Armee zusammen. Weitere 120.000 Soldaten wurden dem Kommando des preußischen Generals Blücher unterstellt. Napoleon stellte daraufhin eine Armee von 125.000 Mann auf und marschierte am 15. Juni 1815 in Belgien ein, um die britischen und preußischen Truppen voneinander zu trennen, damit er sie sie einzeln bekämpfen und besiegen konnte. So gelang es ihm zunächst die Preußen bei Ligny zu schlagen. Die Kampfkraft der preußischen Armee konnte jedoch dadurch nicht entscheidend geschwächt werden, was sich noch verhängnisvoll für Napoleon auswirken sollte.

Nach der Niederlage der Preußen sammelte der Herzog von Wellington seine Truppen bei dem Dörfchen Waterloo und erwartete dort den Angriff der Franzosen. Napoleon beschloss den Angriff am 18. Juni 1815 um 11.30 Uhr zu starten. Die Schlacht bei Waterloo begann durch das Vorrücken der 6. französischen Infantriedivision unter dem Kommando von Napoleons Bruder Jerome Bonaparte auf das Schloss Hougoumont. Dieser Angriff sollte jedoch nur zur Ablenkung dienen. Den Hauptangriff wollte Napoleon gegen Wellingtons linken Flügel führen. Dieser Angriff begann um 13.30 Uhr und wurde durch starkes französisches Geschützfeuer eröffnet. Die Briten verteidigten sich jedoch hartnäckig gegen die französischen Angriffe und schlugen diese immer wieder zurück. Der Herzog von Wellington vertraute darauf, dass ihm die preußischen Truppen unter General Blücher rechtzeitig zu Hilfe kamen. In den Nachmittagsstunden trafen die Preußen tatsächlich ein und bedrängten die Franzosen. Napoleon setzte nun alles auf eine Karte, um die Briten vor dem Eintreffen der Preußen zu schlagen und warf Wellington seine letzten Reserven, darunter die kaiserliche Garde, entgegen. Doch die Alliierten schlugen den Angriff zurück und die Franzosen mussten schließlich fliehen. Um 21 Uhr vereinigten sich Wellingtons und Blüchers Streitkräfte bei Belle-Alliance, was Napoleons totale Niederlage besiegelte.

Für die Franzosen war die Schlacht bei Waterloo eine vernichtende Niederlage, die sie die Hälfte ihrer Armee kostete. Napoleon kehrte nach Paris zurück und musste erneut abdanken. Unter britischer Kriegsgefangenschaft verbrachte er den Rest seines Lebens auf der Insel St. Helena. Dort starb er am 5. Mai 182