Werbung

Ökotechnologie

Die Natur, von der man glauben könnte, sie stehe im Gegensatz zur Technik, ist selbst eine der größten technischen Erfinderinnen. Diese Natur-Technik bezeichnet man als Ökotechnik oder auch Bionik. Der Zweig der Wissenschaft, der sich mit der Erforschung, der Bestandsaufnahme und dem Nachvollzug der Bionik beschäftigt, heißt Ökotechnologie. Sie bezeichnet die Beobachtung der evolutionären Errungenschaften der Natur aus dem Blickwinkel der Technik. Vor allem geht es natürlich um die mögliche Nachbildung und Indienstname für den menschlichen technischen Bedarf. Man hat es in der Ökotechnologie einerseits mit der Erforschung der Funktionsweise von Lebewesen zu tun. Im Laufe der Evolution haben sich in der Natur hochfunktionale Lösungen entwickelt, die in der Mechanik der Lebewesen, in der Struktur von Oberflächen, Leitsystemen, im Zusammenspiel verschiedener Lebensformen und Elemente sowie in der Organisation von Raum, Leben, Zeit und Information zutage treten.

Im Einzelnen betrachtet man zum Beispiel die Arten der Fortbewegung, des Gelenkaufbaus etc.. Hier verspricht man sich erfolgreiche Neuerungen für die Medizin.

Eins der gängigsten Beispiele für ökotechnologische Funktion ist der Klettverschluss, der nach dem Prinzip der Klettpflanzen funktioniert. Ein Schweizer Ingenieur beobachtete um 1940, dass sich Kletten mittels winziger elastischer Häkchen in die Fasern von Kleidung und Haaren verhaken. Der abstrahierte Nachbau führte zum bis heute erfolgreichen Klettverschlussystem.

Allerdings beobachtet die Ökotechnologie auch anorganische Vorgänge, die zum Vorbild für chemische Prozeduren, für die Herstellung von Kunststoffen oder für den Aufbau von Material dienen können. Prominentes Beispiel ist hier die Bildung von Kristallen. Ökotechnologie findet ihre Verwendung in der Biologie, Chemie, Physik, in der Architektur, der Bautechnik und in der Informationswissenschaft.

Einzelne Universitäten bieten bereits entsprechende Studiengänge an, die am Bedarf der Gesellschaft ausgerichtet sind. Beispielsweise kann in den Niederlanden aquatische Ökotechnologie studiert werden. Sie beschäftigt sich mit der Regulierung des Grundwassers und mit der Entwicklung der Küsten und Ufer. In anderen europäischen Regionen werden Forschungen zur Fischzucht betrieben.

Die Wissenschaft der Ökotechnologie funktioniert aufgrund ihres allumfassenden Beobachtungsfeldes und ihrer unbegrenzten Anwendung interdisziplinär. Ingenieure arbeiten mit Naturwissenschaftlern, Medizinern und Geisteswissenschaftlern zusammen, Designer beschäftigen sich mit der Ausarbeitung des Endproduktes. Zum Studium der Bionik oder Ökotechnologie, das in Deutschland zur Zeit nur in Bremen möglich ist, werden deshalb auch zahlreiche Unterdisziplinen notwendiger Bestandteil des Wissenschaftszweiges.

Die Mensch waren schon immer Teil dieser Zusammenhänge, machten sie sich nur lange Zeit nicht zunutze. Mittels der Technik wurde viel eher versucht, sich von der Natur unabhängig zu machen. Doch es wird besonders angesichts drohender ökologischer Katastrophen und schwerwiegender Auswirkungen der herkömmlichen Technik immer deutlicher, dass der Mensch in die Systeme von Energie, Klima, Genetik, Biochemie etc. immer eingebunden sein wird. Gerade im Zuge der aufkommenden nachhaltigen Technologie, Industrie und Wirtschaft gewinnt die Ökotechnologie immer mehr an Bedeutung für das Leben und auch das Überleben der menschlichen Gesellschaft. Ökotechnologie ist ein sehr interessantes Thema.